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Schufa-Auskunft kostenlos beantragen: Schritt-für-Schritt

Schufa-Auskunft kostenlos beantragen 2026: Schritt-für-Schritt zur Datenkopie nach Art. 15 DSGVO, plus Unterschied zur Vermieter-BonitätsAuskunft.

7 Min. Lesezeit · Stand 2026-01

Schufa-Auskunft kostenlos beantragen: Schritt-für-Schritt

Die Schufa-Auskunft ist 2026 immer noch das wichtigste Bonitätsdokument auf dem deutschen Wohnungs- und Kreditmarkt. Was viele nicht wissen: Es gibt sie in zwei Varianten — eine kostenlose, ausführliche, und eine kostenpflichtige, kürzere. Beide haben unterschiedliche Anwendungsfälle.

Dieser Artikel zeigt, wann du welche brauchst, wie du die kostenlose Variante korrekt beantragst (Schritt für Schritt), wie lange das dauert, was du tun kannst, wenn die Auskunft falsche Einträge zeigt — und was sich seit den letzten Schufa-Reformen geändert hat.

Die zwei Schufa-Varianten 2026

Variante 1 — Datenkopie nach Art. 15 DSGVO (kostenlos)

Vollständige Kopie aller bei der Schufa über dich gespeicherten Daten. Umfang: oft 15–30 Seiten. Enthält:

  • Stammdaten (Namen, Adressen, Geburtsdaten)
  • Alle laufenden Vertragsverhältnisse (Konten, Kredite, Verträge)
  • Alle Negativmerkmale
  • Anfragen anderer Unternehmen über dich
  • Score-Werte (in vereinfachter Form, je nach Anfragetyp)

Rechtsgrundlage: Art. 15 DSGVO. Du hast einen gesetzlichen Anspruch, die Auskunft einmal pro Jahr kostenlos zu erhalten (in der Praxis auch öfter, ohne Konsequenzen).

Variante 2 — Schufa-BonitätsAuskunft (kostenpflichtig, ca. 30 €)

Speziell für Vermieter und andere Dritte konzipiert. Format: 2 Seiten, mit klarer Ampel-Bewertung (grün/gelb/rot), enthält nur die für den Vermieter relevanten Informationen. Wird auch „MeineSCHUFA Plus" oder „SCHUFA-BonitätsAuskunft" genannt.

Vorteil: Übersichtlich, vermieterfreundlich, mit offiziellem Stempel und QR-Code zur Echtheitsprüfung.

Welche solltest du nehmen?

Für die Wohnungsbewerbung: Idealerweise die kostenpflichtige BonitätsAuskunft (30 €). Sie ist Standard bei Vermietern und Hausverwaltungen, leichter zu lesen und vertrauenswürdiger.

Wenn du Geld sparen willst: Die kostenlose Datenkopie geht auch, aber lege nur die relevanten Seiten bei (siehe unten). Die vollständige 30-Seiten-Datei wirkt unübersichtlich.

Für die eigene Kontrolle (Einträge prüfen, falsche Daten korrigieren): Immer die kostenlose Datenkopie, weil sie vollständig ist.

So beantragst du die kostenlose Datenkopie — Schritt für Schritt

Schritt 1 — Antrag online stellen oder per Post

Variante A — Online über das offizielle Schufa-Portal (empfohlen)

  1. Rufe www.meineschufa.de auf
  2. Wähle „Datenkopie (Art. 15 DSGVO)" — NICHT die kostenpflichtigen Produkte (oft prominenter angezeigt)
  3. Registriere dich mit E-Mail und Passwort
  4. Identifikation: Mit Personalausweis und einem Smartphone-Identverfahren (PostIdent, VideoIdent oder dem neuen eID-Verfahren)
  5. Antrag absenden

Achtung: Die Schufa hat im letzten Jahr ihren Online-Auftritt überarbeitet. Die kostenpflichtige BonitätsAuskunft wird oft prominenter beworben als die kostenlose Datenkopie — der Link zur Datenkopie ist manchmal weiter unten oder unter „Datenschutz / Auskunft nach Art. 15 DSGVO". Lass dich nicht verwirren.

Variante B — Per Post

Wenn du dich nicht digital identifizieren willst oder kannst:

  1. Schreibe einen formlosen Antrag an:
    SCHUFA Holding AG
    Postfach 10 33 41
    50473 Köln
    
  2. Inhalt:
    Sehr geehrte Damen und Herren,
    
    hiermit beantrage ich gemäß Art. 15 DSGVO Auskunft über alle 
    personenbezogenen Daten, die bei Ihnen über mich gespeichert sind.
    
    Name: [Vollname]
    Geburtsdatum: [TT.MM.JJJJ]
    Aktuelle Anschrift: [vollständige Anschrift]
    Frühere Anschriften (letzte 5 Jahre): [falls vorhanden]
    
    Bitte senden Sie die Auskunft an die oben angegebene Anschrift.
    
    Mit freundlichen Grüßen
    [Unterschrift]
    
  3. Lege eine Kopie deines Personalausweises bei (beide Seiten, Seriennummer darf geschwärzt werden)
  4. Versende per Brief (am besten als Einschreiben)

Schritt 2 — Bearbeitungszeit abwarten

  • Online-Antrag: 2–4 Wochen
  • Postantrag: 4–6 Wochen

Die Schufa muss laut DSGVO innerhalb von 30 Tagen antworten. In der Praxis dauert es manchmal länger — wenn Anfragen häufen, etwa zur Mietersaison (Frühling). Plane das ein.

Schritt 3 — Auskunft erhalten und prüfen

Du bekommst die Auskunft per Post oder als digitalen Download (je nach Antragsweg). Inhalt prüfen:

  1. Sind alle Stammdaten korrekt?

    • Name, Geburtsdatum, alle bekannten Anschriften
    • Falsche oder veraltete Adressen kannst du korrigieren lassen
  2. Sind alle Vertragsverhältnisse korrekt?

    • Bankkonten, Kreditkarten, Mobilfunk, Stromverträge
    • Wenn ein Vertrag aufgeführt ist, den du nicht kennst: möglicher Identitätsdiebstahl
  3. Sind alle Negativmerkmale korrekt?

    • Datum des Eintrags
    • Höhe der Forderung
    • Status (offen, erledigt)
    • Gläubiger
  4. Sind erledigte Einträge als „erledigt" markiert?

    • Wenn du 2024 eine Forderung gezahlt hast, sollte das vermerkt sein
    • Wenn nicht: Beim Gläubiger Bestätigung anfordern, dann bei der Schufa Korrektur beantragen
  5. Sind Anfragen nachvollziehbar?

    • Wer hat in den letzten 12 Monaten deine Schufa-Daten abgefragt?
    • Bei unbekannten Anfragen: bei der Schufa nachfragen

Was tun bei falschen Einträgen?

Studien zeigen: Bei etwa 10–15 % aller Schufa-Auskünfte gibt es Fehler oder veraltete Daten. Falsche Einträge kannst du löschen lassen — kostenlos.

Vorgehen bei einem falschen Eintrag

  1. Beleg sammeln: Hast du die Forderung beglichen? Zahlungsbeleg, Bestätigungs-E-Mail des Gläubigers, Kontoauszug. Bei umstrittenen Forderungen: schriftliche Kommunikation, Schiedsverfahren, Gerichtsurteil.

  2. Direkt an die Schufa schreiben:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    
    ich beantrage hiermit die Korrektur des in meiner Auskunft 
    vom [Datum] enthaltenen Eintrags:
    
    - Gläubiger: [Name]
    - Datum des Eintrags: [TT.MM.JJJJ]
    - Höhe: [Betrag]
    
    Der Eintrag ist nicht korrekt, weil [...].
    Beilage: [Beleg, z. B. Zahlungsbestätigung vom XX.XX.JJJJ]
    
    Ich bitte um Korrektur innerhalb der gesetzlichen Frist von 
    30 Tagen.
    
  3. Parallel den Gläubiger informieren: Manchmal müssen Korrekturen vom ursprünglichen Gläubiger ausgehen. Schicke ihm dieselben Belege.

  4. Falls keine Reaktion: Du kannst dich an die zuständige Datenschutzbehörde wenden (für die Schufa: HmbBfDI, Hamburger Beauftragter für Datenschutz). Beschwerden sind kostenlos und werden in der Regel ernst genommen.

Bei berechtigten Einträgen: Frühe Löschung möglich?

Standard-Löschfristen:

  • Erledigte Forderungen: 3 Jahre nach Ablauf des Jahres der Erledigung
  • Vollstreckungsbescheide ohne Erledigung: bis zu 4 Jahre
  • Insolvenz: 3 Jahre nach Aufhebung (seit 2024 reduziert, früher 3 Jahre nach Restschuldbefreiung)

Bei besonderen Fällen ist eine vorzeitige Löschung möglich:

  • Geringe Beträge (unter 1.000 €), die schnell beglichen wurden
  • Ungerechtfertigte Inkasso-Forderungen
  • Falsche Identifikation (Verwechslung mit anderer Person)

Antrag formlos an die Schufa, mit Begründung und Belegen.

Was die Schufa NICHT enthält — und Vermieter trotzdem prüfen

Die Schufa ist nicht die einzige Bonitätsauskunft in Deutschland. Vermieter können zusätzlich abfragen:

  • Creditreform (deutlich seltener, aber bei größeren Verwaltungen üblich)
  • Bürgel (vor allem bei Wirtschaftsbeziehungen)
  • Boniversum (Auskunft für Wohnungswirtschaft, manchmal von Hausverwaltungen genutzt)
  • CRIF / arvato (Online-Bewertungsdienste)

Wenn dir eine dieser Auskünfte begegnet, hast du auch dort einen DSGVO-Anspruch auf Datenkopie. Vorgehen ist analog: schriftlicher Antrag, Identitätsnachweis, 30 Tage Wartezeit.

Die Schufa-BonitätsAuskunft (kostenpflichtig) — wann sinnvoll?

Wenn du eine BonitätsAuskunft speziell für eine Wohnungsbewerbung brauchst:

  1. www.meineschufa.de aufrufen
  2. „SCHUFA-BonitätsAuskunft" wählen (ca. 30 € einmalig)
  3. Identifikation wie oben beschrieben
  4. Innerhalb von wenigen Werktagen erhältst du:
    • Ein PDF zum Download oder ein Postversand
    • Inhalt: 2 Seiten, mit Ampel-Bewertung, Stempel, QR-Code

Vorteile gegenüber der Datenkopie:

  • Kompakt, leicht zu lesen
  • Klar als „Bonitätsauskunft" erkennbar
  • Mit Echtheitsmerkmal für Vermieter
  • Im Format, das Vermieter erwarten

Empfehlung: Wenn du dich auf 10+ Wohnungen bewirbst, lohnen sich die 30 €. Bei wenigen Bewerbungen oder als Erstanträger ist die kostenlose Datenkopie vertretbar.

Häufige Fragen

Wie oft kann ich die kostenlose Datenkopie beantragen?

Rechtlich: Einmal pro Jahr. Praktisch nimmt die Schufa auch zwei Anträge pro Jahr ohne Probleme an. Bei mehrfachen Anträgen innerhalb kurzer Zeit kann die Schufa Gebühren verlangen.

Muss ich beim Online-Antrag meinen Ausweis hochladen?

Ja — über das PostIdent, VideoIdent oder eID-Verfahren. Ohne Identifikation wird kein Antrag bearbeitet (Datenschutzpflicht).

Was, wenn ich keine Adresse in Deutschland habe?

Du kannst trotzdem eine Schufa-Auskunft beantragen, wenn du Daten in Deutschland hast (Bankkonto, Mobilfunk). Antrag mit ausländischer Adresse möglich, aber die Identifikation ist komplexer (oft per Konsulat).

Was ist mit der „Datenübersicht" (frühere kostenlose Variante)?

Die alte „Datenübersicht für die Wohnungsbewerbung" wurde durch die neue Datenkopie nach Art. 15 DSGVO ersetzt. Inhaltlich vergleichbar.

Wie lange ist eine Schufa-Auskunft für Vermieter gültig?

Faustregel: maximal 4–6 Monate. Ältere Auskünfte werden oft nicht akzeptiert — frische Bewerbungen also mit frischer Auskunft.

Was passiert, wenn ich die Schufa-Auskunft nicht beilege?

Wenige Vermieter akzeptieren das. Praktisch wirst du in dieser Situation ausgeschieden — außer bei sehr informellen Privatvermietern.

Kann ich die Datenkopie selbst bearbeiten oder kürzen?

Du darfst Seiten weglassen (für die Bewerbung), darfst aber keine Inhalte verändern. Wenn du die Auskunft bearbeitest und der Vermieter es merkt: schwerer Vertrauensbruch.

Wie sehe ich, wer meine Daten abgefragt hat?

In der Datenkopie ist eine Liste aller Anfragen der letzten 12 Monate enthalten. Bei Auffälligkeiten (z. B. Anfragen von Banken, bei denen du nichts beantragt hast): mögliche Identitätsbetrug, sofort Anzeige erstatten.

Was, wenn ich gerade eine Wohnung gefunden habe und die Datenkopie noch nicht da ist?

Bei Eile empfiehlt sich die kostenpflichtige BonitätsAuskunft — die ist innerhalb weniger Werktage da. Oder du legst eine Erklärung bei und reichst nach.

Zusammenfassung

Die Schufa-Auskunft ist 2026 immer noch ein zentrales Bewerbungsdokument für Wohnungen. Es gibt sie kostenlos (Datenkopie nach Art. 15 DSGVO) und kostenpflichtig (BonitätsAuskunft, ca. 30 €). Beide haben unterschiedliche Anwendungsfälle.

Die wichtigsten Schritte sind: rechtzeitig beantragen (2–6 Wochen Bearbeitung), bei Erhalt sorgfältig prüfen, falsche Einträge korrigieren lassen, und für die Wohnungsbewerbung idealerweise die kostenpflichtige Variante einreichen.

Wer die kostenlose Variante nutzt, sollte nicht die kompletten 20+ Seiten beilegen, sondern nur die relevanten Abschnitte (Stammdaten, Vertragsverhältnisse, ggf. Score) — das wirkt strukturierter und macht das Lesen für den Vermieter leichter.

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